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Yoga Systeme
Entsprechend den
verschiedenen Bedürfnissen der Menschen gibt es verschiedene Yoga
Systeme, und zwar hauptsächlich vier. Sie entspringen der religiösen
Erfahrung der Hindus und sind in deren "Bibel", der Bhagawadgita,
beschrieben. Allerdings ist ihre Ausübung, da es sich nicht um religiöse
Kulte handelt, an keine bestimmte Religion gebunden. Sie können vielmehr
jedem – unabhängig von Religion und Weltanschauung – helfen, sein
Bewusstsein zu entwickeln und seine Spiritualität zu vertiefen.
Gesundheit und Harmonie mit der Umwelt sind Nebenwirkungen davon.
Astanga Yoga (in der Gita "Dhyana Yoga" bezeichnet)
ist das am weitesten verbreitete System mit acht Gruppen körperlicher
und geistiger Übungen, bis hin zur Meditation. Findet in der westlichen
Hemisphäre seit rund 100 Jahren zunehmend Anklang.
a) Hatha Yoga
Die Körper- und Atem-Übungen sollen auf die geistigen Übungen
vorbereiten ("In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist!").
Obwohl man bei diesen Übungen seine Grenzen auslotet, kommt man dabei
nicht ins Schwitzen. Eine schmackhafte Vollwert-Ernährung unterstützt
das Vorhaben, einen beherrschten, konstanten Gesundheitszustand zu
erlangen, ohne Übertreibungen durch Genussgifte wie Nikotin und Alkohol.
Bei den meisten Menschen der Einstieg in den Yoga.
b) Raja Yoga
Raja Yoga, der königliche Yoga, ist die Oberstufe des Astanga Yoga und
beschäftigt sich mit geistigen Übungen. Die Meditation soll den Geist
von Alltagsgedanken befreien und für den transzendenten Bereich öffnen.
Bhakti Yoga
Bhakti Yoga - oder Yoga der Hingabe - kann sich auf die Familie, die
Mitmenschen oder Gott und seine Schöpfung beziehen. Der Weg ist nicht
leicht, aber manche sind für ihn berufen, eventuell auch in einer
klosterähnlichen Gemeinschaft.
Jnana Yoga
Jnana Yoga, der Yoga des Wissens, hat als Grundlage das Wissen über die
Vedischen Schriften, von denen die Inder glauben, sie seien uns von Gott
zugespielt worden. Philosophen haben dieses Wissen aber den jeweiligen
Zeiten angepasst und ergänzt, so dass auch weiterhin mit Änderungen
unseres Bewusstseins im Zusammenhang mit Änderungen unserer Weltsicht zu
rechnen ist. Beispielsweise ist die Wissenschaft heute der Meinung, dass
eine Zunahme des Wissens zu höheren Bewusstseinsebenen führt, dass
meditative Bewusstseinszustände aber auf jeder dieser Ebenen vorkommen
können.
Karma Yoga
Karma Yoga wird auch als 'Yoga des selbstlosen Handelns' bezeichnet.
Auch hier haben sich im Laufe der Zeiten geänderte Einstellungen
ergeben. War es früher in mancher Hinsicht ein Büssen für
zurückliegende, individuelle Taten, so sieht man heute darin auch
allgemein ein Handeln zugunsten der Mitmenschen und der Umwelt. ("Was du
nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem andern zu!")
Kundalini Yoga
Kundalini Yoga ist vielleicht das älteste dieser Systeme. Es wi rd in
der Bhagawadgita nicht ausdrücklich aufgeführt, aber Begriffe aus dieser
Lehre an verschiedenen Stellen der Gita beweisen, dass wenigstens Teile
des Kundalini Yoga bei der Abfassung der Bhagawadgita längst bekannt
waren. Dabei wird unter Einbeziehung von Hatha Yoga Körperübungen auf
verschiedene subtile Zentren im Körper ("Chakras") Einfluss genommen,
wodurch deren schlummernde Kräfte geweckt werden sollen. Das wiederum
kann sehr verschiedene Auswirkungen haben, zum Teil auch eine
Verstärkung der Meditation bzw. deren Endzustands.
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