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Tarot
Die Deutungen des Wortes »Tarot«, das
erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts auftaucht, gehen weit auseinander und
sind ebenso zahlreich und phantasievoll wie die Geschichten über die
Herkunft der Karten. Sie reichen von »Königlicher Weg« (von ägyptisch Tar
= Weg, und Ro = König) über »Göttliches Gesetz« (von hebräisch Thora) bis
hin zu der recht profanen Erklärung, dass nahe der norditalienischen Stadt
Parma ein Fluss namens Taro fließe und die Karten wahrscheinlich in diesem
Tal entstanden seien. Fest steht nur, dass Tarot ein französisches Wort
ist, bei dem das letzte »t« nicht ausgesprochen wird.
Der oder das Tarot - beide Formen sind
gebräuchlich - ist ein Kartenorakel, das in seiner heutigen Struktur seit
dem 15. Jahrhundert bekannt ist. Seither besteht es aus 78 Karten, die
sich in zwei Hauptgruppen unterteilen: in eine Gruppe von 22 Karten, die
wir die Großen Arkana (lat. Geheimnisse) nennen und in die 56 Karten der
Kleinen Arkana. Während sich die Großen Arkana aus 22 Einzelmotiven
zusammensetzen, die in sich keine Wiederholung kennen und auf Grund ihrer
Nummerierung eine klare Reihenfolge bilden, sind die Kleinen Arkana - die
Vorläufer unserer heutigen Spielkarten - in vier Serien oder Farbsätze
unterteilt: in Stäbe, Schwerter, Kelche und Münzen, aus denen später
Kreuz, Pik, Herz und Karo hervorgingen. In seinem Zentrum steht die Frage
nach dem Lebensweg des Menschen und nach der Bedeutung des Todes. Wer
diese Zusammenhänge begreift, wer sie als Bilder auf dem Lebensweg
erkennt, findet in den Großen Arkana eine Orientierungshilfe von
faszinierender Klarheit.
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